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Rechtsrock

"Klassischer" Rechtsrock wird meist von Skinhead-Bands gespielt. Er ist schnell, laut und brutal und vermischt den anarchisch-proletarischen Kult vom Saufen und Raufen, von Party und Pogo, Randale und Rebellion mit gewaltverherrlichenden, sexistischen, rassistischen, antisemitischen und nationalistischen Themen.

Die erste bekannte Skinhead-Band in Deutschland waren die "Böhsen Onkelz" (die sich Ende der achtziger Jahre von der rechtsextremen Szene lossagten). Bands, die fest im Neonazi-Lager stehen, sind etwa "Kraft durch Froide", "Kraftschlag", "Radikahl", "Kroizfoier" oder "Störkraft". Musikalisch changiert das Rechtsrock-Spektrum zwischen Drei-Akkorde-„Oi!-Musik“ bis zu ausgefeiltem „Hatecore“ (rechte Spielart des Hardcore).

Eine der beliebtesten Rechtsrock-Bands ist die Neonazi-Gruppe "Landser", die ihre CDs illegal produziert und vertreibt, um explizit rechtsextreme Inhalte verbreiten zu können. In der Musik von Landser finden sich Heavy Metal- und Hardrock-Elemente. Sie ist professionell gemacht und hat zum Teil Ohrwurm-Qualität, wodurch sie auch über rechtsextreme Kreise hinaus bekannt ist. „Landser“ singen davon, das Trinkwasser im multikulturellen Berlin-Kreuzberg mit 100.000 Litern Strychnin zu vergiften oder „im feldgrauen Ehrenkleide“ in Polen einzumarschieren, um Deutschlands Osten heimzuholen. Im November 2001 konnte "Landser" nach über zehnjähriger konspirativer Produktionstätigkeit identifiziert und festgenommen werden.

Der typische Rechtsrock-Konsument ist ein männlich, weiß und unter 30 Jahren alt. Neben den Fans, die Rechtsrock aus politischer Überzeugung hören, gibt es auch Fans, die sich für die Musik unabhängig von den Texten interessieren (z.B. Heavy Metal- oder Oi!-Musik-Fans) und Fans, die sich für die Texte interessieren, weil sie nah am eigenen Leben sind (proletarisch, radikal o.ä.), ist aber nicht unbedingt rechts orientiert. Gerade unter Jugendlichen macht auch die Faszination des Verbotenen einen Anreiz aus.

Ideologiefeste rechtsextreme Kader betrachten Rechtsrock und Skinhead-Musik oftmals als "undeutsche", disziplinlose "Sauf- und Grölkultur".

Bulletin 1/2002: Rechtsextremismus heute - Eine Einführung in Denkwelten, Erscheinungsformen und Gegenstrategien. ZDK

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