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Kameradschaften

In vielen Städten bestehen so genannte Freie Kameradschaften. Ihre Zahl wird vom Verfassungsschutz auf etwa 150 geschätzt, eine Kameradschaft bildet sich aus zirka zehn bis zwanzig Mitgliedern.

In der Regel handelt es sich hierbei um Gruppierungen aus dem Neonazi-Bereich, die nur selten personell offen bzw. direkt politisch in Erscheinung treten. Sie sind nicht organisiert und existieren in einer Art Zwielicht, das sie für die Ausbreitung ihres Einflusses nutzen.

Im Vorpolitischen demonstrieren sie ihre Macht, im Klassenzimmer, an der Bushaltestelle, in der Disco. Ihr Auftreten wirkt in mancher Kommune für das demokratische Klima lähmend, zumal immer Gewalt oder zumindest ihre Androhung im Spiel ist.

Eines ihrer Ziele ist es, so genannte „national befreite Zonen“ zu schaffen: frei von Ausländern, frei von Andersdenkenden, frei von jeder Form von Demokratie. Mit Gewalt oder unter Androhung von Gewalt sollen Räume erobert werden wie Jugendclubs oder Wohnbezirke, um dort die alleinige Macht auszuüben, Gegner zu bestrafen und Freunde zu unterstützen.

Mehr noch: Man strebt eine ideologisch-kulturelle Vorherrschaft, eine kulturelle Hegemonie an. In einer "National befreiten Zone" kann nicht nur ungestört Propaganda betrieben werden, sondern es wird auch verhindert, dass der politische Gegner dies ebenfalls tut. So wird versucht, eine rechtsextremistische Subkultur zur dominanten Alltagskultur werden zu lassen. Für die Opfer werden die von Rechten dominierten Orte zu "Angstzonen" oder "No-Go-Areas".


Standpunkte. Erziehung für Demokratie • gegen Rechtsextremismus, CD-Rom für LehrerInnen. RAA Berlin e.V. / LISUM 2002