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Homophobie

Homophobie bezeichnet man die Feindseligkeit und Ablehnung Homosexueller. Genau genommen ist es aber vielmehr eine Angst oder Unsicherheit die eigene Sexualität und Identität betreffend. Homophobie ist jedoch kein Problem einzelner Menschen. Der Begriff Heterosexismus bezeichnet eine Ideologie, die Homosexuelle ausgrenzt. Sie findet u. a. in Gesetzen Ausdruck und zeigt sich auf allen Ebenen des öffentlichen und privaten Lebens. So ist beispielsweise die eingetragene Lebenspartnerschaft Homosexueller der Ehe Heterosexueller in vielen Bereichen, wie im Steuerrecht, nicht gleichgestellt. Dass diese Gesetzeslage oft noch nicht einmal als diskriminierend wahrgenommen wird zeigt, wie fest verankert homophobe bzw. heterosexistische Einstellungen in unserer Gesellschaft sind.

Homophobie äußert sich von verbaler und psychischer Gewalt über strukturelle Gewalt (z.B. im Gesundheitssystem) bis hin zu physischer Gewalt und Überfällen in vielen verschiedenen Formen. Eine Studie der Maneo-Toleranzkampagne in Berlin aus dem Jahr 2007 ergab, dass 63 % der zum Zeitpunkt der Befragung unter 18-Jährigen in den letzten 12 Monaten vor der Befragung von Gewalt betroffen waren. Die Ergebnisse der Umfrage zu homophober Gewalt von Maneo können unter www.maneo-toleranzkampagne.de eingesehen werden. www.jungschwuppen.de bietet Informationen, Beratung und jede Menge Links für junge Leute zum Thema Homosexualität.

Aber auch Lehrer haben mitunter auf diesem Gebiet Nachhilfe nötig. Literaturhinweise und Informationen für Pädagogen, die Homosexualität oder Homophobie im Unterricht behandeln möchten, finden sich auf www.schwulelehrer.de . Beim Schülernetzwerk „Schule ohne Rassismus“ gibt es ausführliche Ratgeber, z.B. für drei Euro das Heft „Sexuelle Orientierung“. Es informiert über die verschiedenen Formen der sexuellen Orientierung und sexuellen Identitäten sowie über das Coming-out. Unterrichtsmaterialien geben Anregungen, wie das Thema im Unterricht behandelt werden kann. Schule ohne Rassismus hat es herausgegeben, weil Sprüche wie „Schwule Sau“ und „Ihr blöden Lesben“ mit zu den häufigsten Schimpfworten unter Jugendlichen gehört.

Mut-gegen-rechte-Gewalt.de